Ratgeber · Betriebliche Altersvorsorge

Arbeitgeberzuschuss zur bAV: Was Arbeitgeber wissen sollten

Der Arbeitgeberzuschuss gehört zu den zentralen Themen der betrieblichen Altersvorsorge. Für Unternehmen reicht es jedoch nicht aus, lediglich mit einer pauschalen 15-Prozent-Regel zu rechnen.

Auf einen Blick

15 Prozent sind keine pauschale Antwort für jeden Fall
Sozialversicherungsersparnis ist relevant
Bestehende Verträge und Regelungen berücksichtigen
Arbeitgeber können freiwillig stärker fördern
Kommunikation mit Mitarbeitenden mitplanen

Grundlagen

Was bedeutet der Arbeitgeberzuschuss zur bAV?

Bei der Entgeltumwandlung verzichtet ein Arbeitnehmer auf einen Teil seines Arbeitsentgelts. Dieser Betrag wird für den Aufbau einer betrieblichen Altersversorgung verwendet.

Entgeltumwandlung ausführlich erklärt

Unter bestimmten Voraussetzungen muss der Arbeitgeber einen zusätzlichen Zuschuss leisten. Besonders bekannt ist dabei der Arbeitgeberzuschuss von 15 Prozent.

Entscheidend ist jedoch die konkrete Gestaltung. Die Zuschussregelung sollte deshalb gemeinsam mit der bestehenden Versorgungsstruktur und den betrieblichen Prozessen betrachtet werden.

Arbeitgeberperspektive

Vier Punkte, die Unternehmen gemeinsam betrachten sollten

Entgeltumwandlung

Beschäftigte können einen Teil ihres Arbeitsentgelts für die betriebliche Altersvorsorge verwenden.

Arbeitgeberzuschuss

Unter bestimmten Voraussetzungen ist ein Arbeitgeberzuschuss zur Entgeltumwandlung vorgesehen.

Bestehende Verträge prüfen

Vor Änderungen sollten bestehende Versorgungsordnungen, Verträge und Zuschussregelungen geprüft werden.

Mitarbeiter verständlich informieren

Die praktische Akzeptanz hängt wesentlich davon ab, ob Mitarbeitende das Modell und seine Auswirkungen verstehen.

Die 15-Prozent-Regel

Wann spielt der 15-%-Arbeitgeberzuschuss eine Rolle?

Bei einer Entgeltumwandlung über bestimmte Durchführungswege sieht das Betriebsrentengesetz grundsätzlich einen Zuschuss des Arbeitgebers vor, soweit dieser Sozialversicherungsbeiträge einspart.

Deshalb sollte nicht automatisch davon ausgegangen werden, dass jede Entgeltumwandlung in jeder Konstellation exakt denselben Zuschuss auslöst.

Welche bAV-Pflichten Arbeitgeber haben

Beispiel zur Orientierung

Wandelt ein Arbeitnehmer beispielsweise 160 Euro monatlich um, wären 15 Prozent davon 24 Euro.

Entgeltumwandlung160 €
15 % rechnerischer Zuschuss24 €

Das Beispiel dient ausschließlich der Veranschaulichung. Die tatsächliche Zuschusspflicht hängt von der konkreten betrieblichen und sozialversicherungsrechtlichen Situation ab.

Umsetzung

So kann eine strukturierte Prüfung aussehen

1Bestehende bAV-Struktur und Verträge erfassen
2Durchführungswege und Entgeltumwandlungen prüfen
3Zuschusspflichten und bestehende Arbeitgeberleistungen einordnen
4Einheitliche Prozesse für neue und bestehende Mitarbeitende definieren
5Mitarbeiterkommunikation und laufende Betreuung organisieren

Der Zuschuss allein entscheidet nicht über die Akzeptanz

In der Praxis betrachten Mitarbeitende häufig zuerst die Veränderung ihres monatlichen Nettogehalts. Arbeitgeber sollten deshalb nicht nur über Beitrag und Zuschuss sprechen, sondern die gesamte Funktionsweise verständlich erklären.

Gerade bei internationalen Teams kann eine mehrsprachige Kommunikation helfen, Missverständnisse über Entgeltumwandlung, Arbeitgeberleistung und langfristige Versorgung zu reduzieren.

Häufige Fragen

Arbeitgeberzuschuss zur bAV: FAQ

Wie hoch ist der gesetzliche Arbeitgeberzuschuss zur bAV?

Bei bestimmten Formen der Entgeltumwandlung muss der Arbeitgeber grundsätzlich 15 Prozent des umgewandelten Entgelts zusätzlich als Arbeitgeberzuschuss weiterleiten, soweit er durch die Entgeltumwandlung Sozialversicherungsbeiträge einspart. Die konkrete Situation sollte im jeweiligen Unternehmen geprüft werden.

Muss jeder Arbeitgeber 15 Prozent zur bAV zahlen?

Die häufig genannte 15-Prozent-Regel gilt nicht pauschal für jede denkbare betriebliche Altersversorgung. Entscheidend sind unter anderem die Art der Entgeltumwandlung, der Durchführungsweg und die tatsächliche Sozialversicherungsersparnis.

Kann ein Arbeitgeber mehr als 15 Prozent bezuschussen?

Ja. Unternehmen können eine betriebliche Altersversorgung grundsätzlich auch stärker fördern. Ein höherer Arbeitgeberbeitrag kann beispielsweise Bestandteil einer Benefit- oder Vergütungsstrategie sein.

Was passiert bei bereits bestehenden bAV-Verträgen?

Bestehende Verträge sollten nicht isoliert betrachtet werden. Relevant sind unter anderem Vertragsgestaltung, Versorgungsordnung, bisherige Zuschüsse und die arbeitsrechtliche Ausgangssituation.

Warum ist die Mitarbeiterkommunikation bei der bAV wichtig?

Eine bAV kann wirtschaftlich sinnvoll strukturiert sein und trotzdem wenig Akzeptanz finden, wenn Mitarbeitende den Nettoeffekt, den Arbeitgeberzuschuss oder die langfristige Leistung nicht nachvollziehen können. Verständliche Kommunikation ist deshalb ein wesentlicher Bestandteil der Umsetzung.

Betriebliche Altersvorsorge

Arbeitgeberzuschuss und bestehende bAV gemeinsam prüfen

Wir betrachten bestehende Versorgungen, Arbeitgeberzuschüsse, Mitarbeiterstruktur und organisatorische Anforderungen gemeinsam und ordnen mögliche nächste Schritte ein.

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